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Chris Daza
Die Dimension der Kraft in einfachen Gemeinden
Kapitel 1: Aktuelle Berichte: Es geschieht schon!
In
jeder Kultur der Welt wird das Evangelium nur dadurch glaubwürdig, dass wir den
Anspruch, den es erhebt, beweisen. Die Kraft des Blutes ist universal. In
diesem Buch wollen wir dies ein wenig erforschen.
Ich möchte dieses Kapitel mit meinen persönlichen Erfahrungen mit der
Dimension der Kraft beginnen, und zwar anhand einiger kurzer Berichte, die Sie
herausfordern werden, es ebenfalls zu versuchen. Wenn Sie Gott ernsthaft darum
bitten, dass auch Sie dies erfahren, und Ihr Herz darauf richten, sein Herz zu
suchen, dann garantiere ich Ihnen, dass auch Sie erleben werden, dass Menschen
durch seine Kraft verwandelt werden. Sie werden schmecken, was einige von uns
schon geschmeckt haben, und noch viel mehr. Für uns hier in Europa begann dies
alles, als mutige Freunde von uns in einen Teil der Schweiz umzogen, der bisher
praktisch noch nie mit dem Evangelium durchdrungen worden war. Wie in vielen
europäischen Städten gibt es auch in dieser Gegend viele Esoterikgruppen, die
das Übernatürliche erleben möchten. Die meisten von ihnen kommen ja irgendwann
einmal mit dem Lager des Feindes in Berührung und erfahren dort auch
übernatürliche Dinge.
Die Theorie ist einfach. Wenn die echte Sache nicht verfügbar ist,
strecken sich die Leute nach der Fälschung aus. Satan ist Meister in der Kunst,
ein wohlmeinendes, suchendes Herz zu manipulieren, so dass es sich schließlich
bösen Mächten hingibt. Ein anderer Geist – nicht der Geist Gottes – übernimmt
dann die Kontrolle. Die meisten gehen leider davon aus, Gott sei die Quelle
dieser Kräfte, aber in Wahrheit ist das nicht so. Das ist ein alter
Streitpunkt. Es ist eine Art Okkultismus, bei dem die Betroffenen zuvor in eine
Gebundenheit hineinkommen und dann von den Geistern, die sie binden,
manipuliert werden.
Unser Ziel war, auf diese Sehnsüchte der Leute nach dem Übernatürlichen einzugehen, sie zur
wahren Quelle der Kraft zu führen und zu beweisen, dass die echte Kraft ihren
Ursprung in Gott hat. Es gab Zeiten, in denen ich mir vorkam wie Elia, als er auf
jenem Berg stand, auf dem sich der wahre Gott noch am selben Tag beweisen
musste. Dieses apostolische Gemeindegründungsteam ließ Tausende Handzettel mit
einem reißerischen Titel drucken: „African Power Nights“
(Nächte afrikanischer Kraft). Sie porträtierten mich darin als einen, der
übernatürliche Kraft hat, sowie als Gospelsänger. Eines der Bilder auf dem
Handzettel zeigte einen Mann, der gerade auf wundersame Weise geheilt worden
war. Der Glaube dieser Geschwister war sehr vorbildlich, denn bis zu diesem
Zeitpunkt wussten sie nur durch unsere Berichte, dass wir Gottes Wirken an
anderen Orten erlebt hatten. Im Jahr 2000, während unseres ersten Besuches in
dem schönen Land, wurden sie außerdem Zeugen einiger starker prophetischer
Erfahrungen. Wir hatten damals auf einer Osterkonferenz gesprochen und eine
Reihe Veranstaltungen quer durch das ganze Land abgehalten. Auf dieser
Konferenz bestätigte unser prophetischer Dienst für sie einen großen Teil
dessen, was Gott ihnen zuvor schon über ihren Auftrag gesagt hatte, und daraus
entwickelte sich eine klare geistliche Verbindung. Kein Wunder, hatten sie
einen solch enormen Glauben, dass wir diese Herausforderung bestehen würden.
Wichtig war auch, dass sie die Sache durch Gebet und Jüngerschaftskurse gut
vorbereitet hatten und dass sie genaue Pläne hatten, wie sie sich um die durch
diese Initiativen zum Glauben kommenden Menschen kümmern wollten. Vor, während
und nach diesen „Power Nights“ wurde viel gebetet und
gefastet. Der Herr schweißte uns als Team zusammen, damit diese Vision
realisiert werden konnte.
Stellen Sie sich vor, wie es ist, wenn man fast 24 Stunden in einem
Gebetskämmerchen verbracht hat und dann eine Halle mit ein paar hundert Leuten
betritt, die einen Querschnitt der esoterischen Bewegung mit all ihren
verwandten okkulten Praktiken repräsentieren. Alle möglichen Leute, von
Geistheilern, Medien, Astrologen, Wahrsagern und dergleichen bis hin zu Kranken
kamen zu dieser ersten Nacht. Mir war sofort klar, dass hier nur Gott helfen
konnte und sonst nichts. Mein Herz war gebrochen für die Unerretteten und es
zitterte, weil ich Gott keine Schande bereiten wollte. Dann war da noch die
Sorge, ob sich die Erwartungen der Leute erfüllen würden. Ich hatte das Gefühl,
gleich zu vergehen. Trotzdem waren die besondere Gegenwart Gottes und seine
Salbung, zu prophezeien, zu heilen und jene zu befreien, die von der Macht
Satans gebunden waren, da.
Diese Disziplin, Stunden und Tage vor dem Herrn zu verbringen,
wurde für die folgenden Veranstaltungen mein Hauptaugenmerk. Auch wenn es noch
mehr als zehn Tage bis zum nächsten Einsatz waren, verbrachte ich diese ganze
Zeit in der Gegenwart Gottes, weg von der Familie, von Freunden oder anderen
Menschen. Die einzige Zeit, andere Leute zu treffen, war während der
Veranstaltung, die normalerweise ein bis zwei Stunden dauerte. Ich sage dies,
weil ich jedem von Ihnen davon abraten möchte, einen solchen Dienst ohne die
langen Zeiten in der Gegenwart Gottes ausprobieren zu wollen, in denen unsere
Seele und unser Geist vorbereitet werden, sensibel für Gottes Stimme zu sein.
In diesen Zeiten ist man geneigt, mit Gott zu kämpfen, wie es Jakob tat, bevor
er seinen Bruder Esau traf. Im Prinzip ging es darum,
dass Jakob Gott überwinden musste, bevor er das Todesurteil überwinden konnte,
das all diese 21 Jahre, die er weit weg von seinem Bruder verbracht hatte, auf
ihn wartete. Zuerst braucht man einen Sieg mit Gott, bevor man Satan besiegen
kann. Wenn Sie nicht bereit sind, den Preis zu bezahlen, dann wagen Sie bitte
nicht, Gottes Macht über Satan zu demonstrieren, denn sonst werden Sie am Ende
als Opfer statt als Sieger dastehen. Satan ist ein erbarmungsloser Krieger, und
er kennt keine Spielchen. In einer Stadt wurde ich von einem dieser dämonischen
Agenten einmal beinahe getötet. Diese Geschichte findet sich in dem Buch „Gebet
für das Land“.
Alle Geschichten in diesem Kapitel, bis auf die erste und die
letzte, fanden in der Zeit, als wir diese „Power Nights“
in einigen Städten durchführten, hier in Europa statt. Manche dieser
Veranstaltungen waren erfolgreicher als andere. Dies kann ich nur mit der
Tatsache in Verbindung bringen, dass in manchen Städten mehr Zeit, mehr
Engagement und mehr Gebet investiert wurden als in anderen. In einigen Städten
hatte ich eine größere Freiheit zu dienen als in anderen. Darüber hinaus weiß
allein der Herr, welche Samen ausgesät wurden, und nur die Ewigkeit wird
erzählen können, was wirklich geschehen ist.
In verschiedenen Teilen der Welt erlebten wir, dass bei
Evangelisationen, Konferenzen und Seminaren Hunderte von Menschen durch die
Kraft Gottes gerettet, geheilt und befreit wurden. Das war hauptsächlich in
Afrika und in den Entwicklungsländern. In diesem Buch möchte ich auf diese
Heilungen und Wunder jedoch nicht näher eingehen, da ich mich darauf
konzentrieren möchte, welche Rolle die Dimension der Kraft in kleineren Gruppen
spielt und wie man sie in dieser Kraft erhält.
Diese Geschichte ereignete sich in Malawi. Meine Familie und ich
waren Teil eines Hauskreises, den wir leiteten. Unsere Zeiten der Gemeinschaft
wurden immer interessanter, da wir gerade erst am Lernen waren, wie wir uns in
unserer Gruppe umeinander kümmern konnten. In einem dieser Treffen legte der
Herr uns aufs Herz, reihum mitzuteilen, was uns persönlich gerade so
beschäftigte, und dann dafür zu beten. An diesem Abend reichte die Zeit nicht,
um für alle in unserer kleinen Gruppe von etwa 9–13 Leuten zu beten. Unter den
wenigen, für die gebetet wurde, war jedoch eine Frau, die damals von ihrem
Ehemann getrennt lebte und sich fragte, wohin dies alles noch führen würde. Ich
weiß noch genau, dass wir mit großer Leidenschaft und Aufopferung unter
Schluchzen und Tränen für sie beteten. Wir hatten den Eindruck, wir sollten
insbesondere beten, dass die mächtige Hand des Schutzes Gottes auf ihr ruhte.
Wenige Wochen später kam sie dann mit diesem großartigen Zeugnis zu
uns. Sie erzählte, eines Nachts sei ihr Mann ohne ihr Wissen in ihren Hof
geschlichen, während sie und die Kinder schliefen. Er hatte Benzin um das Haus
herum ausgegossen, um sie und die Kinder lebendig zu verbrennen. Gerade als er
das Feuer anzünden wollte, wurde sie durch sehr ungewöhnliche Umstände wach.
Sofort roch sie das Benzin; es war nur noch eine Frage von Sekunden, und das
gesamte Haus hätte gebrannt. Als ihr Mann sie sah, verschwand er in die Nacht,
und ihr Leben und ihr Hab und Gut wurden verschont. Das Erste, an das sie sich
erinnerte, war, wie detailliert und prophetisch wir einige Wochen vorher für
sie gebetet hatten, und ihr war klar, dass dieser prophetische Gebetsschutz sie
bewahrt hatte. Wie viele Menschen könnten von Gefahren verschont werden, wenn
wir lernen würden, uns die Zeit zu nehmen, um prophetisch füreinander zu beten,
mit einer göttlichen Leidenschaft, die in der familiären Gemeinde verfügbar
ist. Welch eine Möglichkeit, gemeinsam vor Gott zu kommen, mit einem Herzen auf ihn zu hören und das zu
beten, was er auf dem Herzen hat!
Ich weiß noch, wie ich einmal in dem Saal umherging, in dem wir in einer
Stadt ein solche „Power Night“ veranstalteten. Der Herr lenkte meine
Aufmerksamkeit auf eine Frau, die etwa Mitte 50 war. Als ich sie ansah, gab mir
der Herr eine sehr klare Vision über ihr Leben. Ich ging auf sie zu und fing
an, ihr zu erzählen, was ich in der Vision sah. Ich sah sie in einer Hütte
sitzen. Sie war von etwas umgeben, das wie schwarze Töpfe aussah. Eine sehr
seltsame Atmosphäre herrschte an diesem Ort. Diejenigen, die sie besuchten,
dienten ihr mit etwas, das wie schwarzes Pulver aussah. Während ich ihr die
Details schilderte, bat ich sie vor allen zu bestätigen, dass das, was ich ihr
sagte, die Wahrheit war.
Sie erzählte uns dann ihre Geschichte, wie sie als Frau aus dem
Westen nach Indien gegangen war, um nach mehr Kraft in ihrem Leben zu suchen.
Sie sagte, sie habe dies zehnmal getan und habe dabei nie in einem Hotel,
sondern immer in diesen kleinen Hütten gewohnt, die ich ihr gerade beschrieben
hatte. Sie gab zu, dass diese Leute sie mit diesem Pulver und mit vielen
Zaubermitteln behandelt hatten, damit sie spezielle Kräfte bekam. Sie sagte,
sie sei da immer tiefer hineingeraten. Dabei fing ihre Stimme zu zittern an, da
sie sich wunderte, woher ich dieses Wissen hatte und woher die Kraft kam, die
sie spürte. Ich sagte ihr, dieses Wissen und diese Kraft kämen von Gott. Sie
bestätigte, diese Kraft sei stärker als alles, was sie bisher erlebt habe, und
wolle deshalb diesen Gott kennenlernen. Und genau dort, vor allen anderen,
sprach sie ein Bekehrungsgebet und bat Gott, in ihr Leben zu kommen. Ist unser
Gott nicht wunderbar?
In einer solchen Veranstaltung in einer anderen Stadt wies mich der
Heilige Geist auf einen jungen Mann hin, der ganz hinten in dem Hotelsaal saß,
während ich zwischen den Reihen umherging. Es waren über 100 Leute versammelt,
die nach Kraft suchten. Als ich auf ihn zuging, redete der Herr sehr klar zu
mir und ich sagte dann ins Mikrofon: „Junger Mann, der Herr sagt mir, ich soll
Ihnen mitteilen, dass heute das Ende von allem ist. Er heilt Sie und verändert
Sie jetzt, und er hat seine Hand auf Ihnen, weil er Sie gebrauchen möchte.“ Sie
dürfen nicht vergessen, dass dieser Mann noch nicht einmal bekehrt war. Er
hatte Ketten am ganzen Körper und an der Kleidung. So etwas hatte ich vorher
noch nie gesehen. Der Herr sagte: „Was du physisch siehst, drückt das aus, was
in ihm ist.“ Ich legte ihm dann direkt dort die Hände auf und erklärte ihn als
völlig frei und aus der Hand Satans befreit.
Ich kann mich noch gut an den Widerstand erinnern, den wir in dieser
Stadt hatten. Jeden Abend hob das Hauskirchengründungsteam nach der
Veranstaltung schwarze Federn vom Zuhörersaal auf, die die Hexen benutzten, um
die Veranstaltung zu verfluchen. In dieser Stadt war es auch, wo ich an einem
dieser Tage hätte getötet werden können, als ich einen Besuch von den Mächten
der Finsternis in Form von satanischen Agenten hatte. Mehr dazu in Kapitel 12.
Über ein Jahr später hörte ich die herrliche Geschichte, dass
dieser junge Mann in jener Nacht auf wunderbare Weise von Epilepsie geheilt und
dann errettet und völlig befreit worden war. Seine Freundin, die er an diesem
Abend mitgebracht hatte, bekehrte sich später ebenfalls und wurde schließlich
seine Frau. Als ich dieses Ehepaar vor kurzem traf und sah, dass sie ein
rechtschaffenes Leben führten, Jesus liebten und zu einer Gemeinde gehörten und
vor allem, dass die Frau sich in der Prophetenschule ausbilden ließ, die wir in
ihrer Stadt durchführten, war dies eine sehr große Ermutigung für mich.
Am Ende dieser Veranstaltung, als die Geschwister (das
Gemeindegründungsteam) das Treffen beendeten und mit den noch anwesenden Leuten
beteten und seelsorgerliche Gespräche führten, kam ein Mann aus Österreich auf
sie zu. Ohne dass ich es bemerkt hatte, hatte er alles beobachtet, was an
diesem Abend vor sich gegangen war. Er sagte zu ihnen: „Ich habe das alles
getan. Ich bin ein Sünder und bin sehr tief in Zauberei, Satanismus und alle
möglichen okkulten Praktiken hineingeraten. Aber die Kraft, die ich heute Abend
hier erlebt habe, habe ich vorher noch nie erlebt.“ Er sagte das in Bezug auf
die Salbung Gottes, die an diesem Abend das Treffen gekennzeichnet hatte. Er
sagte: „Wenn hinter all dem Gott steckt, dann möchte ich ihn sofort haben.“ Die
Brüder erzählten mir später, dass sie ihn an jenem Abend zum Herrn geführt
hatten, als er sein Herz Jesus gab.
Liebe Leser, wir dienen einem mächtigen Gott. Solche Geschichten
geschehen immer häufiger. Gott möchte der Welt wirklich seine Kraft demonstrieren,
insbesondere wenn er die entsprechenden Gefäße findet, die bereit sind, ihm zu
glauben und den entsprechenden Preis zu bezahlen. Denn des HERRN Augen
durchlaufen die ganze Erde, um denen beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn
gerichtet ist (2 Chr 16,9). Solange Gott Menschen
mit der richtigen Herzenshaltung findet, die bereit sind, zu tun, was nötig
ist, damit er sich selbst als mächtig erweisen kann, wird er es auch tun, und
er tut es ja schon auf der ganzen Welt. Auch Sie können ihn auf diese Weise
erfahren.
Ebenfalls in diesem Treffen ging ich auf eine Frau zu, die etwa
Mitte 40 war. Sobald ich in ihre Nähe kam, ungefähr in der Mitte des Saales,
gab mir der Herr eine Vision. Ich sah, wie sie vor vielen Jahren im Wald auf
und ab ging. Ich sagte ihr, sie müsse als Kind sehr einsam gewesen sein und
habe sich wohl auf diese Art und Weise die Zeit vertrieben. Ich sagte ihr auch,
sie sei in einer Art verdrehten Berufung aktiv. Als ich ihr das Mikrofon gab,
bestätigte sie alles, was ich gesagt hatte, und sagte weiterhin, sie habe das
gemacht, weil sie nicht mit ihren Eltern habe leben können. Ich kann mich nicht
mehr genau erinnern, was der Grund dafür war, ob die Eltern tot oder geschieden
waren. Sie sagte, weil sie so viel Zeit mit einem ihrer Großväter verbracht
habe, der ein Geistheiler war, sei es für diesen natürlich gewesen, diese Kunst
bzw. Praktiken an seine Enkelin weiterzugeben. Und das war ihre Beschäftigung,
als sie an diesem Abend in die Veranstaltung gekommen war. Beachten Sie, dass
dies alles in dieser Atmosphäre einer speziellen Salbung geschah. Und
offensichtlich spürte sie diese Kraft und fragte sich, woher ich ihre
Geschichte so genau kannte. Ich weiß noch, dass ich sie fragte, ob sie daran
interessiert sei, diesen Gott auf persönliche Weise kennenzulernen, da ich zu
diesem Zeitpunkt sehen konnte, dass sie innerlich erschüttert worden war. Sie
bejahte.
Später erzählten mir dann die anderen Geschwister, sie habe ihr
Herz wieder verschlossen, als sie später an diesem Abend, nachdem ich bereits
die Halle verlassen hatte, versucht hatten, sie zum Herrn zu führen. Ich habe
nie wieder etwas von ihr gehört und auch die Geschwister nicht. Während ich
diese Geschichte aufschreibe, spüre ich den Drang, gerade jetzt für sie zu
beten. Bitte stimmen Sie doch mit mir in dieses Gebet ein und lassen Sie uns
gemeinsam glauben, dass Gott sie rettet: „O Gott, wir erinnern dich an diese
Frau, die durch diesen prophetischen Dienst und die Kraft der Salbung deines
Geistes so berührt war, später aber die Tür ihres Herzens wieder verschlossen
hat. Vater, wir beten im Namen Jesu, dass du, wo auch immer sie jetzt gerade
ist, mit ruhiger, sanfter Stimme zu ihr sprichst und sie an diese Nacht
erinnerst, als sie deine Gegenwart erlebte. Wir beten, dass ihr Herz keinen
Frieden findet, bis sie ihr Leben dir übergibt. Und Herr, mit all diesen
Gebeten der Heiligen, wenn wir uns im Glauben eins machen, besuche sie und
bringe sie in deine Herde. Wir bitten im Glauben und Vertrauen darauf, dass du
es tun wirst, denn du willst nicht, dass irgendjemand verloren geht. All das
bitten wir im Namen Jesu, Amen.“
Diese Geschichte habe ich aus verschiedenen Gründen aufgeführt. Der
eine ist, dass Sie verstehen, dass es in diesem Dienst nicht nur rosig zugeht.
Nicht jeder wird errettet, selbst wenn er die Kraft Gottes erlebt. Zweitens
möchte ich, dass Sie wissen, dass ich, nur weil ich an diesem Punkt und in
vielen anderen Gelegenheiten versagt habe, nicht das Handbuch geworfen und
gesagt habe: „Vergiss es, es funktioniert doch nicht richtig, und deshalb gebe
ich auf.“ Nein, ich habe weitergemacht. Wenn Sie mich fragen, was hier geschah,
habe ich keine theologische Antwort darauf, außer Ihnen zu sagen, dass es nicht
geschah und ich nicht weiß, weshalb. Trotzdem werde ich weitermachen. Wir haben
einen treuen Gott.
Als ich im allerersten Treffen frisch aus der direkten Gegenwart
Gottes, in der ich seit dem Abend vorher gewesen war, in die Veranstaltungshalle
hineinging, erlebte ich eine sehr starke Salbung. Während ich den Gang entlang
in Richtung des Podiums ging, hatte ich das Gefühl, auf glühenden Steinen zu
gehen. Ich schien die physische Wahrnehmung teilweise verloren zu haben. Ein Teil
von mir fühlte sich an, als sei er nicht in meinem Körper. Ich spürte auch,
dass mich hier nicht nur natürliche Augen beobachteten. Glauben Sie mir, im
Natürlichen war ich sehr nervös, denn ich sagte zum Herrn: „Was soll ich jetzt
tun?“ All diese esoterischen Leute waren gekommen, um die übernatürliche Kraft
dieses fremden, afrikanischen Gospelsängers zu erleben. Welch eine Kombination!
Auch mich hätte so etwas interessiert. Eine der Geschichten, die mir später
einer vom veranstaltenden Leitungsteam erzählte, war, dass während der Zeit,
als ich hereinkam, eine Frau, die ein voll ausgebildetes Medium war, in der
Veranstaltung war. Er sagte, diese habe gesehen, wie Dämonen schreiend aus den
Leuten heraus und durch die Fenster gesprungen seien. Sie sagte diesem Bruder,
in diesem Raum sei sehr viel mehr Kraft gewesen, als sie je vorher erlebt
hatte. Das hatte ihr Angst eingeflößt. So ist die
Kraft Gottes, liebe Leser. Und wenn Sie eine Vorstellung davon haben, was ein
Medium ist, dann wissen Sie, wie tief in der Geisterwelt diese Leute stecken.
Medien sind Okkultisten, die fähig sind, sich mit den Geistern der Toten zu
beraten und mit ihnen im Namen der Lebendigen zu sprechen. Die Geisterwelt ist
für sie sehr real. Sie können in sie eintreten und genau sehen, was dort vor
sich geht. Sie wirken im Übernatürlichen, obwohl sie selbst natürlich sind. Ob
dieses Medium am Ende der Veranstaltung dann gerettet wurde, ist eine andere
Frage, und ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Manchmal braucht es viel Zeit, um
mit solchen Leuten ganz zurück zum Ausgangspunkt ihrer Bindungen zu gehen und
sie davon zu lösen, bevor sie frei sein können, sich für Jesus zu öffnen.
Unter den Vielen, die ich gegen Ende des Treffens nach vorne
gerufen hatte, war eine Frau. Sie stand da und fragte sich, was wohl als
Nächstes passieren würde. Als ich dann prophetisch zu ihr redete und ihr ein
exaktes Wort der Erkenntnis über ihr Leben mitteilte, fing sie heftig zu
zittern an. Bevor wir alle verstanden, was vor sich ging, hatte die Kraft
Gottes sie auf den Boden geworfen. Glauben Sie mir, niemand hat sie geschubst
(dies für die Kritiker), denn es wurden nur Worte zu ihr gesprochen. Der Mann,
der neben ihr stand, ging mit ihr zu Boden. Später stellte sich heraus, dass es
ihr Ehemann war. Als sie nach einer gewissen Zeit wieder vom Boden aufstand,
fragte ich sie, ob sie bereit sei, ihr Leben diesem Jesus zu geben, dessen
Kraft sie gerade erlebt hatte. Ihre Antwort war ein klares Ja. Preist den
Herrn! Später erzählte mir einer der Organisatoren, diese Frau habe viel
Astrologie praktiziert. Und irgendwann hörte ich, sie habe angefangen, zu Hause
die Bibel zu studieren. Dazu kann ich nur sagen, dass unser Gott ein guter Gott
ist.
Als ich mit meinem Freund Wolfgang Simson im Februar 2001 im
schönen Jakarta in Indonesien in einem chinesischen Restaurant saß und mit den
Leuten dort Abendmahl feierte, während wir miteinander Gemeinschaft hatten, wurden
uns so viele herrliche Geschichten erzählt. Es gab Berichte von Leuten, die von
Krebs und allen möglichen Krankheiten geheilt worden waren, während in den
Gemeinden für sie gebetet worden war. Sie erzählten auch von einer Frau, die
ihren Sohn verloren hatte, als dieser sechs Jahre alt war. Der Sohn war unter
die Millionen von Menschen, die in den Straßen dieser dicht besiedelten Stadt
herumstreunen, verschwunden. In der Zwischenzeit wurde die Mutter errettet und
Teil einer Hauskirche. Als sie dort die Geschichte ihres vor acht Jahren
verlorenen Sohnes erzählte, betete die Hauskirche dafür und der Herr sagte ihr
prophetisch zu, ihr Sohn würde gefunden werden. Sie hatten in dieser Gemeinde
auch Worte der Erkenntnis mit Anweisungen, wo genau der Sohn gefunden werden
würde. Daraufhin ging diese neue Christin in den Park in der Stadtmitte, mitten
unter all die vielen Leute. Auf einmal hörte sie eine Stimme aus der Menge
rufen: „Mami!“ Sie drehte sich um und sah ihren Jungen, der nun 14 Jahre alt
war! Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber dieses Zeugnis war für mich so
stark und so bewegend, dass ich sprachlos war. Unser Gott ist einfach
wunderbar! Er ist fähig, uns über alle Maßen zu beschenken – mehr als wir
erbitten oder uns ausdenken können (vgl. Eph 3,20).
Ich möchte dieses Kapitel hier abschließen. Was soll ich noch mehr
sagen? Ich habe gesehen, wie geistliche Dienste bestätigt wurden, Gaben
weitergegeben wurden, die Kranken geheilt wurden, die Gebundenen frei wurden
durch die Dimension der Kraft, die zusammen mit Worten der Erkenntnis und der
prophetischen Salbung kommt. Ich bin davon überzeugt, dass es in unserer Welt
Menschen gibt, die ihre Herzen niemals für das Evangelium öffnen werden, wenn
sie nicht eine Manifestation der Gegenwart Gottes in großer Kraft erleben. Ich
bin auch davon überzeugt, dass wir diese Dimension der Kraft nicht länger
ignorieren dürfen, wenn wir eine Seelenernte erleben wollen, bei der die
Menschen in Massen ins Reich Gottes strömen. Die Leute in den Gemeinden müssen
wie nie zuvor anfangen, dieses Maß der Dimension der Kraft anzustreben, wenn
wir die Ernte behalten und ganze Nationen zu echten Jüngern machen wollen, wie
es uns aufgetragen wurde. Die Kraft Gottes, egal, auf welche Weise und in
welcher Stärke, bleibt der wirksamste Weg, wie der Herr das Wort, das gepredigt
wird, bestätigt. Ich wünsche mir, dass wir alle anfangen, nach einer solchen
Dimension von Gottes Kraft zu verlangen. In den folgenden Kapiteln möchte ich
Ihnen aus der Schrift aufzeigen, wie unsere Vorgänger im Glauben dies getan
haben, welchen Preis sie zu bezahlen hatten, wie sie in Einheit
zusammenhielten, welches die Höhepunkte ihres Erfolgs waren und wie auch wir
dies erleben können. Ich muss hier noch sagen, dass es für keinen von uns zu
spät ist; die Türe steht immer noch offen, und wir können hindurchgehen.