[GloryWorld-Medien Startseite]

Robert Fitts

Die Kirche im Haus

Eine Rückkehr zur Einfachheit

 

Vorwort

Wozu brauchen wir noch Hausgemeinden?

Robert Fitts hat die Notwendigkeit von Hausgemeinden in seinem Buch sehr überzeugend dargelegt. Er hat meines Erachtens die Zeichen der Zeit erkannt und weiß, dass Gott sein Volk wieder zur Einfachheit zurückruft. Gott investiert in Menschen und nicht in Strukturen und Gebäude. Er räumt den Hausgemeinden den Vorrang ein. Das Alte und das Neue Testament heben an mehreren hundert Stellen die Bedeutung der Häuser (oikos) und damit auch der Familie und der erweiterten Familie hervor. Sie bilden die Basis für die größeren Gemeindetreffen (stadtweite Kirche, Jesus-Feier usw.). Die Hausgemeindebewegung setzt sich heute weltweit durch, weil es sich dabei nicht um etwas Neues handelt, sondern weil sie zurückführt zum biblischen Ursprung der Gemeinde Jesu. In der sich immer stärker ausbreitenden religiösen Vielfalt und der institutionalisierten Gesellschaft wird das Thema Hauskirche nun erneut auch im deutschsprachigen Raum diskutiert.

Des Weiteren hat der Autor die biblischen Leitungsprinzipien erkannt. Es geht nicht um Hierarchien, sondern um Diakone, Älteste und das Zusammenwirken des sogenannten fünffachen Dienstes. Die fünf Dienstgruppen des Neuen Testaments sind gemäß Epheser 4,11 nach den geistlichen Ämtern benannt: Apostel, Propheten, Evangelisten, Lehrer und Hirten. Diese bildeten die Grundlage und die Stützen für die gesamte Hauskirchenbewegung.

Welches sind die Kriterien einer neutestamentlichen Gemeinde? Für Fitts gilt dazu die Stelle aus Matthäus 18,20 als Definition einer neutestamentlichen Gemeinde. Der Kontext dieser Stelle spricht von der Vollmacht- und Zeugenfrage für die Gemeindezucht. Für mich sind die entsprechenden Kriterien eher in Apostelgeschichte 2,42-47 zu finden. Ich teile aber die Überzeugung, dass Gott diese Qualität auch heute in seiner Gemeinde sucht.

Gott gab mir vor Jahren folgende Vision und Botschaft: „Die Gemeindegründung der Zukunft wird sich wie ein ‚Mischwald‘ präsentieren. Die Hausgemeinden werden wie ein Jungwuchs zwischen den etablierten Formen des Gemeindebaus wachsen und den schon bestehenden ‚Baumwuchs‘ vital ergänzen. Sie werden auf gutem Nährboden heranwachsen. Unsere Gesellschaft braucht Nähe, Authentizität, Freundschaften, gewachsene Familien und enge Nachbarschaftsbeziehung, Gabenentfaltung, Jüngerschaft usw., wie sie durch herkömmliche Modelle nicht erreichbar sind.“

Die Botschaft ist eine zweifache: Erstens richtet sie sich an die schon bestehenden, noch relativ kleinen Hausgemeinde-Netzwerke in der deutschsprachigen Welt, sich in den „Wald“ einzufügen und die Kontakte mit den herkömmlichen Gemeinden zu pflegen. Zweitens an die alten, historisch gewachsenen Kirchen und Freikirchen, die neuen Bewegungen wohlwollend, demütig und als dringend benötigte Ergänzung anzu­nehmen. Dies führt zum Wohl und zum Segen des gesamten „Waldes“. Die etablierten, hochgewachsenen „Stämme“, die sehr oft nicht mehr in der vollen Blüte stehen, aber trotzdem ihre Bedeutung nicht verlieren, sollten Raum machen für den Jungwuchs, der oft organisch und unstrukturiert seinen Weg finden wird. Es ist Gottes Mischwald, und er kultiviert seinen Wald, und zwar so, dass er seine Ehre mit niemandem teilt.

In diesem Sinne soll dieses wertvolle Buch vielen Lesern zum Einstieg in die Einfachheit und Schönheit der Braut Jesu ermutigen. Der Herr der Herrlichkeit hilft uns dabei mit seinem Wort und seinem Geist.

Dr. Marco Gmür

Kingdom-Ministries, Schweiz