[GloryWorld-Medien Startseite]

Robert Fitts

Die Kirche im Haus

Eine Rückkehr zur Einfachheit

 

Kapitel 12: Eine Hauskirche beginnen – Prolog

Wenn wir uns fragen, wie man eine Hauskirche beginnt, stellen wir in Wirklichkeit die Frage: „Wie beginnt man eine Kirche?“ Im Neuen Testament finden wir keinen solchen Ausdruck wie Hauskirche. Dort heißt es z. B.: Grüße Nympha und die Kirche in ihrem Haus. Es wird nicht gesagt: „... und die Hauskirche in ihrem Haus.“ Eine Kirche, die sich in einem Haus trifft, ist eine Kirche! Es wird der Tag kommen, wo wir den Begriff Hauskirche fallen lassen und alle Zusammenkünfte der Heiligen Kirche nennen werden.

Megamarkt oder Tante-Emma-Laden

Beim Gedanken daran, eine Kirche zu beginnen, wird uns bange! Wir sehen es als riesige Aufgabe, da wir dabei an eine traditionelle Kirche denken. Wir danken dem Herrn für alle großen Kirchen, die Jesus als Herrn und Retter verehren, aber in den USA besuchen in einer durchschnittlichen Stadt weniger als 50 Prozent der Bevölkerung eine Kirche. In anderen Ländern liegt der Anteil noch viel niedriger. Jede Stadt der Welt bietet noch Platz für viele weitere Kirchen, große und kleine. Neben den riesigen Supermärkten gibt es in jeder Stadt auch die kleinen Läden für den täglichen Bedarf. Beide tun dasselbe – sie verkaufen Nahrungsmittel. Die großen Läden können nicht den gesamten Bedarf der Bevölkerung decken, ebenso wenig wie die großen Kirchen nicht auf alle Nöte der Menschen eingehen können. Hauskirchen konkurrieren nicht mit den größeren Kirchen, sondern sind Verbündete im Kampf gegen das Reich der Finsternis und in der Aufgabe, den Missionsbefehl zu erfüllen.

Fahre die Panzer vor!

Es bleibt mir unvergesslich, was mein Freund Hobart Vann zu sagen pflegte, wenn er von seinen Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg erzählte. Gegen Ende des Kriegs, als die Alliierten Frankreich und Italien von der deutschen Besatzung befreiten, fuhren sie, wenn sie sich einer Stadt näherten, mit ihren Panzern meist auf eine hoch gelegene Stelle, von der aus sie die Stadt überblicken konnten. Bald danach kam dann meist ein weiterer Panzer an ihre Seite, dann noch einer und noch einer, bis es Dutzende dieser starken Panzer waren, die gelassen auf die Stadt vorrückten.

Hobart sagte:

„Bob, es kam kein einziges Mal vor, dass ich die Luke unseres Panzers geöffnet und all die anderen Panzer fortgewunken hätte, indem ich gerufen hätte: ‚He, ihr da, verschwindet! Das ist unser Revier! Wir werden diese Stadt ohne eure Hilfe einnehmen! Hört auf, in unser Gebiet einzudringen! Wir können diese Stadt ganz allein einnehmen!‘ Nein, wir waren froh, dass wir nicht allein hineingehen mussten, um diese Stadt zu befreien. Wir freuten uns über jeden dieser Panzer! Das Geräusch ihrer Motoren war Musik in unseren Ohren. Wir wären sogar froh gewesen, wenn wir doppelt so viele Panzer gehabt hätten.“

Auf dieselbe Weise kann niemand von uns sagen: „He, ihr da! Fangt bloß keine andere Kirche in dieser Stadt an. Wir erreichen doch schon alle Leute in dieser Stadt!“ Der schnellste Weg, eine Stadt zu evangelisieren, ist, neue Kirchen zu beginnen. Warum sollte ich mich also ärgern, falls jemand eine weitere Kirche beginnt – sei es nun eine Kirche, die sich in einem Haus trifft, oder eine, die sich in einem Kirchengebäude trifft?

Flächendeckende Gemeindegründung und die Hauskirche

Wenn wir Städte und Völker mit Kirchen übersäen wollen, werden wir uns an den Gedanken gewöhnen müssen, Kirchen in Häusern zu beginnen. In China findet durch flächendeckendes Gemeindegründen, das vom Heiligen Geist geleitet wird, das schnellste Gemeindewachstum der Geschichte statt. Das ist keine Theorie, sondern eine praktische Tatsache und ein Zeugnis an die weltweite Kirche, was die Effektivität massiven Gemeindegründens angeht.

Planen Sie eine Kirchenspaltung und beten Sie dafür

Eine der schwierigsten Erfahrungen, die man machen kann, ist eine herkömmliche Kirchenspaltung. Dies ist allerdings nur dann schmerzlich, wenn man es nicht eingeplant hat. Wenn wir in unseren Plänen und Gebeten mit einer regelmäßigen Teilung der Kirche rechnen, wird es uns überaus froh stimmen und alle werden gesegnet sein, wenn eine solche Teilung geschieht. Jede Hauskirche wird schwanger geboren. Vom allerersten Tag an haben wir die Vision, eine Babykirche zu gebären. Unser Plan sieht nicht vor, Gebäude zu bauen, zu kaufen oder zu mieten, die viele Leute fassen können. Wenn wir für ein durchschnittliches Haus zu groß werden, dann senden wir zwei oder drei Familien aus, um an einem anderen Ort eine neue Hauskirche zu beginnen. Die Vision des flächendeckenden Gemeindegründens ist, dass Christus in jedem kleinen Wohnviertel einer jeden Stadt und eines jeden Landes der Welt gegenwärtig ist. Wir haben den Glauben, dass der Missionsbefehl des Herrn Jesus Christus wortwörtlich erfüllt werden kann.

Umarmen Sie die stadtweite Kirche

Geben Sie Ihrer Kirche keinen Namen. Dies könnte für den Feind zu einem Werkzeug der Spaltung werden. Jeder möchte wissen, welche Marke Christ Sie sind. Verdammen Sie niemand, der einen Namen benutzt, aber wenn Sie es vermeiden, Ihrer Gemeinschaft einen Namen zu geben, werden Sie mit der Zeit die Weisheit darin sehen. Sich einen Namen zu geben, kann leicht dazu führen, dass (entsprechend der Herkunft des Wortes) eine neue Denomination (Konfession) entsteht. Ist es das, was Sie wollen? Benennen Sie Ihre Kirche nicht anders, als wir es im Neuen Testaments finden: ... die Kirche, die sich im Haus von Priscilla und Aquila trifft. Vergessen Sie nicht, dass alles, was Jesus gehört, auch Ihnen gehört, und dass Sie, falls Sie Jesus gehören, mir gehören und ich Ihnen gehöre. Das gilt auch für Kirchen. Ich bin Mitglied jeder Kirche, die zu Jesus gehört – und falls Sie ein Mitglied des Leibes Christi sind, gilt das auch für Sie. Es ist in Ordnung, Brüder und Schwestern von anderen Kirchen zu besuchen, auch wenn diese lehrmäßig nicht in allem mit Ihnen übereinstimmen. Wahrscheinlich liegen Sie ja selbst auch nicht mit allen Ihren Lehraussagen richtig.

Das sind einige Punkte, die wir bedenken müssen, wenn wir eine Kirche in einem Haus beginnen. Ob Sie es Kirche nennen oder sonst wie: Wenn Gläubige im Namen Jesu zusammenkommen, ist das nicht mehr oder weniger als der Leib Christi.