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Robert
Fitts
Die
Kirche im Haus
Eine Rückkehr zur Einfachheit
Kapitel 15: Häufige Fragen
Die folgenden Fragen werden häufig
gestellt, wenn es um Hauskirchen geht:
Wir haben Hauskirchen aus folgenden
Gründen:
1.
Unser Ziel ist nicht einfach, eine Kirche zu gründen. Unser Ziel
ist, eine Gemeindegründungsbewegung zu starten. Wir glauben, dass man dies am
ehesten erreicht, wenn man sich auf die einfachste und am leichtesten
reproduzierbare Form des Gemeindegründens konzentriert. Die Hauskirche kommt
dem entgegen.
2.
Wir glauben, dass das Hauskirchen-Konzept die beste Möglichkeit
ist, Pastoren und Leiter auszubilden.
3.
Die Einfachheit kleiner Gemeinden macht es leicht, Gemeinden zu
multiplizieren.
4.
Gott ruft sein Volk dazu auf, mit Traditionalismus und
Professionalismus zu brechen und zur Einfachheit zurückzukehren.
5.
In den meisten Ländern sind Hauskirchen heute der einzige Weg,
eine Gemeindegründungsbewegung in Gang zu bringen. Mit dem Ansatz der
traditionellen Kirche werden wir wahrscheinlich keine flächendeckende Gründung
von Gemeinden erreichen.
6.
In einem solchen Umfeld lässt sich am leichtesten fördern, dass
der Leib dem Leib dient.
Das Hauskreis-Konzept entspricht dem
Ansatz des Rades, während eine Hauskirche dem Ansatz des Weinstocks entspricht
(siehe das Kapitel „Rad oder Weinstock“). Ein Hauskreis wird als Teil des
(evangelistischen) Dienstes einer bestimmten Kirche gesehen. Eine Hauskirche
dagegen ist eine Kirche in sich selbst und funktioniert als Kirche. Sie tut
alles, was Kirchen tun, einschließlich taufen, das
Abendmahl anbieten, Ehen schließen, beerdigen usw.
Wir sind davon überzeugt, dass, wenn
wir uns auf die im Kapitel „Was tut man in einer Hauskirche?“ beschriebenen
Dinge konzentrieren, der Herr uns ermöglichen wird, auf alle Bedürfnisse der
Einzelnen und Familien, die kommen, einzugehen. Der Heilige Geist ist fähig,
uns zu helfen, den Nöten auf kreative Weise zu begegnen. Manche werden Kirchen
besuchen müssen, die ein breiteres Spektrum an Programmen anbieten können. Wir
stehen nicht in Konkurrenz zu anderen Kirchen. Wir arbeiten mit ihnen zusammen,
um den Missionsbefehl zu erfüllen.
Manche Hauskirchen haben von den
Jugendlichen und Erwachsenen getrennte Treffen für Kinder. Andere treffen sich
alle zusammen. Es ist erstaunlich, wie viel kleine Kinder einfach nur dadurch lernen
können, dass sie mit Jugendlichen und Erwachsenen zusammen sind, und wie viel
Erwachsene von Kindern und Jugendlichen lernen können! Jede Kirche wird den
Herrn fragen, wie sie auf die Bedürfnisse der Teilnehmer am besten eingehen
kann.
Sich ein oder zwei Mal die Woche zu
treffen, ist normal, aber das müssen die Leute einer Kirche selbst entscheiden.
Die Bibel sagt uns nicht, wann, wo oder wie oft wir uns treffen sollen. Das in
der Apostelgeschichte am häufigsten benutzte Wort ist täglich.
Wir werden durch die Qualität der
Beziehungen und nicht durch den Treffpunkt zusammengehalten, und deshalb ist es
in Ordnung und gut, sich an verschiedenen Orten zu treffen. Sich von Haus zu
Haus zu treffen, hat den Vorteil, dass die Aufgabe der Gastfreundschaft geteilt
wird und mehrere Wohnviertel gesegnet werden.
Die echten Qualifikationen für Älteste
bzw. Pastoren werden im Neuen Testament an zwei Stellen aufgeführt: Titus 1,6-9
und 1. Timotheus 5,1-7. Gott schenkt uns in unseren Kirchen viele demütige,
belehrbare und gottesfürchtige Männer und Frauen, die fähig sind, Hauskirchen
zu leiten. Die Lehrlings-Methode ist die beste Methode, um Pastoren und Leiter
zu schulen. Es gab bisher noch keine bessere Methode, und es wird auch in
Zukunft keine bessere geben.
Dies gehört zur Ausbildung eines
Ältesten. Wenn er und sein Mentor den Eindruck haben, dass der Herr es so führt
und dass die Zeit gekommen ist, erhält er ein Gebiet und die Aufgabe, eine neue
Hauskirche zu beginnen. In den meisten Fällen werden ihm zumindest ein oder
zwei Ehepaare zu Seite gestellt, die ihm dabei helfen. Idealerweise ist eines
davon ein zukünftiges, noch in Ausbildung befindliches Pastoren-Ehepaar, damit
die neue Kirche von Anfang an eine Vision für Gemeindegründung hat. Auch eine
sehr kleine Hauskirche kann jedes Jahr zwei oder drei Ehepaare aussenden, um
eine neue Kirche zu beginnen.
Wir haben nicht die Absicht, etwas
niederzureißen, was Gott baut. Wir sind verpflichtet, alle Kirchen einer Stadt
– ob klein oder groß, ob konfessionell, nichtkonfessionell oder
überkonfessionell – zu segnen und zu unterstützen. Wir stellen einfach eine
berechtigte Form von Kirche dar, die im Wort Gottes gegründet ist und sich
sowohl in der frühen Kirche als auch in heutiger Zeit als effektiv erwiesen
hat. Gott beruft nicht alle seine Leute an allen Orten zu derselben Sache. Die
Kirche Jesu Christi ist erstaunlich flexibel und vielseitig in ihren vielen
Formen, wenn sie nicht durch strenge und unflexible Traditionen und Praktiken
eingeengt wird.
Jede Hauskirche in irgendeiner Stadt gehört zuallererst
zur Kirche – dem Leib Christi – in dieser Stadt. Eine Hauskirche kann zu einer
Denomination (Gemeindeverband oder Konfession) gehören. Ihre Bindung zu dieser
Denomination sollte allerdings nicht dazu führen, dass es ihre Hingabe und ihre
Beziehungen zum Leib Christi vor Ort beeinträchtigt oder stört. Die größte
Herausforderung an jede Kirche ist, die Einheit innerhalb des größeren Leibes
Christi in der Stadt, in der Sie leben und dienen, zu bewahren.
Wahrscheinlich haben Sie noch viele
weitere Fragen zu Hauskirchen. Die wichtigste von allen ist aber diese: „Herr,
möchtest du, dass ich daran teilhabe, den Missionsbefehl zu erfüllen, indem ich
mich bei der Multiplikation von Hauskirchen in meinem eigenen Land und auf der
ganzen Welt beteilige?“ Es gibt viele Möglichkeiten, neue Kirchen zu gründen
und so das Reich Gottes auf der Erde auszubreiten. Wir akzeptieren die
verschiedenen Wege, die Gottes Leute gehen, um Kirchen zu gründen, und
kritisieren sie nicht.